Auswirkungen der Drei-Punkte-Regel (II)

Nachdem im Bereich der Nationalmannschaften bei internationalen Turnieren praktisch kein Effekt der Drei-Punkte-Regelung festzustellen war, schauen wir uns nun den Vereinsfußball an.

In der Saison 1991/92 gab es 124 Unentschieden in 380 Spielen (= 32,6 %). Im Folgejahr waren es 92 Unentschieden, nach der Verkleinerung der Liga auf 18 Mannschaften aber nur noch 306 Spiele, somit 30,1 %. 1993/94 waren es dann 83 Unentschieden (27,1 %), im nächsten Jahr 86 (28,1 %).

In der Saison 1995/96 fand erstmals die Drei-Punkte-Regel in der Bundesliga Anwendung. Einen sofortigen Effekt gab es nicht, vielmehr stieg die Zahl der Unentschieden sprunghaft auf 108 an (35,3 %).

Die UEFA führte in der Saison 1992/1993 die Champions League ein. Erstmals gab es so auf europäischer Vereinsmannschaften-Ebene überhaupt Gruppenspiele. Die ersten drei Spielzeiten galt die Zwei-Punkte-Regel, danach (ab 1995/96) wurde ein Sieg mit drei Punkten belohnt.

Die Zahl der Unentschieden in der Champions League entwickelte sich wie folgt:

  • 1992/93: 6 von 24 (25 %)
  • 1993/94: 8 von 24 (33 %)
  • 1994/95: 15 von 48 (31,2 %)
  • 1995/96: 14 von 48 (29,2 %)
  • 1996/97: 5 von 48 (10,4 %)
  • 1997/98: 10 von 48 (20,8 %)

Hier ist zwar eine leichte Tendenz nach unten festzustellen, die Saison 1996/97 wird aber jedenfalls als statistischer Ausreißer zu bezeichnen sein.

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