Auswirkungen der Drei-Punkte-Regel (I)

In den 90er-Jahren wurde im Fußball die Drei-Punkte-Regel eingeführt. Von nun an gab es nicht mehr zwei Punkte für einen Sieg, sondern drei. Dabei, dass ein Unentschieden mit einem Punkte belohnt wurde, blieb es, ebenso bei null Punkten für eine Niederlage.

Die Idee dahinter ist klar: Ein Sieg wird so deutlich mehr wert, Mannschaft wären also weniger geneigt, sich mit einem Unentscheiden zufrieden zu geben. Denn ein Unentschieden bedeutet nun keinen „halben Sieg“ mehr, sondern nur noch ein Drittel davon.

Wenn diese Rechnung aufgegangen wäre, müsste es unmittelbar nach der Umstellung weniger Unentschieden als vorher gegeben haben. Schauen wir uns also die Statistik an.

Bei der Weltmeisterschaft 1986, der vorletzten nach der Zwei-Punkte-Regel, endeten 11 von 36 Vorrundenspielen unentschieden. Das sind 31 %. Bei der WM 1990 (ebenfalls nach der alten Zählweise) waren es nur noch 8 von 36 (22 %), kurioserweise fünf davon in einer einzigen Gruppe.

1994 fand – bei ansonsten unverändertem Modus – erstmals die Drei-Punkte-Regel Anwendung. Wiederum gab es hier acht Unentschieden in den Gruppenspielen. Bei der WM 1998 waren erstmals 32 Mannschaften qualifiziert, nun kamen keine Gruppendritten mehr ins Achtelfinale, was möglicherweise Auswirkungen auf die Spielweise hatte. Nun waren es auf einmal 16 von 48 Vorrundenspielen, in dene es keinen Sieger fand – 33 %.

Bemerkenswert ist aber, dass bspw. 1990 noch die Hälfte der KO-Spiele (in denen es keine Punkte gibt) in die Verlängerung gingen, 1998 dagegen nur ein Viertel. Statistische Zufälle wird es wohl immer geben.

Bei den Europameisterschaften 1988 und 1992 endeten drei bzw. fünf von jeweils zwölf Gruppenspielen unentschieden und damit mit einer „echten“ Punkteteilung (insg. 33 %). 1996 und 2000 waren es nach der Drei-Punkte-Regel sieben bzw. vier von jeweils 24 Spielen (insg. 23 %).

Auf den ersten Blick sieht es also so aus als hätte sich die Zahl der Unentschieden merklich verringert. Gleichzeitig war aber die Unentschiedenquote 1996 höher als 1988. Hinzu kommt, dass bei einem Turnier mit 16 Mannschaften die Leistungsunterschiede höher sein dürften als bei nur acht Teilnehmern.

Weitere Betrachtungen hierzu folgen.

Ein Gedanke zu „Auswirkungen der Drei-Punkte-Regel (I)“

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.