Eine besondere Meisterschaft für den FC Bayern?

Der FC Bayern München ist standesgemäß mit einem 3:1 gegen Hoffenheim in die Bundesliga-Saison 2018/19 gestartet. Derzeit liegen sie damit hinter den Dortmundern, die zum Auftakt 4:1 gegen Leipzig gewannen, auf dem zweiten Tabellenplatz.

Ziel ist natürlich wieder die Meisterschaft, daran gibt es keinen Zweifel. Das Problem des FC Bayern ist aber, dass eine bloße Meisterschaft keinen wirklichen Erfolg mehr darstellt. Das Double muss es mindestens sein, im Grunde ist das Triple das einzige Ergebnis, das gar keine Wünsche mehr offen lässt.

Aber was kann man dann von einer Bundesliga-Saison noch erwarten? Es muss wenigstens eine „schöne“ Meisterschaft werden. Rund um den 30. Spieltag sollte Bayern also schon sicher als Meister feststehen – das ist aber auch nichts Besonderes mehr.

Schön wäre zum Beispiel eine Saison ohne Niederlage oder vielleicht eine mit mindestens 100 geschossenen Toren. Nur: Wenn das erreicht ist, was bleibt dann noch für die nächste Saison als Ziel übrig?

Das WM-Finale 1958

Zum heutigen Tag des WM-Finals ein kurzer Rückblick auf das Endspiel der WM 1958. Dass Brasilien hier mit 5:2 gegen Schweden gewonnen hat, setze ich als bekannt voraus. Das Spiel ist aber bis heute etwas ganz Besonderes:

  • Das erste Finale mit Mannschaften von verschiedenen Kontinenten.
  • Brasilien wurde als erster auf einem anderen Kontinent Weltmeister.
  • Das einzige Finale, das Brasilien in blauen Trikots gespielt hat.
  • Die einzige Endspielniederlage des WM-Gastgebers. (Brasilien hat 1950 zwar vor heimischem Publikum das letzte Spiel verloren, das war aber kein Finale, sondern ein „normales“ Gruppenspiel.)
  • Bis heute der jüngste Finaltorschütze (Pele mit 17 Jahren und 249 Tagen).
  • Bis heute der älteste Finaltorschütze (Nils Liedholm mit 35 Jahren und 263 Tagen).
  • Das Finale mit den meisten Toren.

Auswirkungen der Drei-Punkte-Regel (II)

Nachdem im Bereich der Nationalmannschaften bei internationalen Turnieren praktisch kein Effekt der Drei-Punkte-Regelung festzustellen war, schauen wir uns nun den Vereinsfußball an.

In der Saison 1991/92 gab es 124 Unentschieden in 380 Spielen (= 32,6 %). Im Folgejahr waren es 92 Unentschieden, nach der Verkleinerung der Liga auf 18 Mannschaften aber nur noch 306 Spiele, somit 30,1 %. 1993/94 waren es dann 83 Unentschieden (27,1 %), im nächsten Jahr 86 (28,1 %).

In der Saison 1995/96 fand erstmals die Drei-Punkte-Regel in der Bundesliga Anwendung. Einen sofortigen Effekt gab es nicht, vielmehr stieg die Zahl der Unentschieden sprunghaft auf 108 an (35,3 %).

Die UEFA führte in der Saison 1992/1993 die Champions League ein. Erstmals gab es so auf europäischer Vereinsmannschaften-Ebene überhaupt Gruppenspiele. Die ersten drei Spielzeiten galt die Zwei-Punkte-Regel, danach (ab 1995/96) wurde ein Sieg mit drei Punkten belohnt.

Die Zahl der Unentschieden in der Champions League entwickelte sich wie folgt:

  • 1992/93: 6 von 24 (25 %)
  • 1993/94: 8 von 24 (33 %)
  • 1994/95: 15 von 48 (31,2 %)
  • 1995/96: 14 von 48 (29,2 %)
  • 1996/97: 5 von 48 (10,4 %)
  • 1997/98: 10 von 48 (20,8 %)

Hier ist zwar eine leichte Tendenz nach unten festzustellen, die Saison 1996/97 wird aber jedenfalls als statistischer Ausreißer zu bezeichnen sein.

Auswirkungen der Drei-Punkte-Regel (I)

In den 90er-Jahren wurde im Fußball die Drei-Punkte-Regel eingeführt. Von nun an gab es nicht mehr zwei Punkte für einen Sieg, sondern drei. Dabei, dass ein Unentschieden mit einem Punkte belohnt wurde, blieb es, ebenso bei null Punkten für eine Niederlage.

Die Idee dahinter ist klar: Ein Sieg wird so deutlich mehr wert, Mannschaft wären also weniger geneigt, sich mit einem Unentscheiden zufrieden zu geben. Denn ein Unentschieden bedeutet nun keinen „halben Sieg“ mehr, sondern nur noch ein Drittel davon.

Wenn diese Rechnung aufgegangen wäre, müsste es unmittelbar nach der Umstellung weniger Unentschieden als vorher gegeben haben. Schauen wir uns also die Statistik an.

„Auswirkungen der Drei-Punkte-Regel (I)“ weiterlesen

International Champions Cup 2017

Wieder einmal steht der International Champions Cup vor der Tür, an dem sich 15 europäische Vereinsmannschaften aus dem Spitzensegment (darunter der FC Bayern, Inter Mailand, Arsenal, Chelsea und der FC Barcelona) beteiligen.

Der Name „Cup“ ist etwas irreführend, denn es handelt sich um kein echtes Turnier, sondern eher um eine Serie von Freundschaftsspielen. Durch die Begegnungen in China, Singapur und den USA sollen dem nordamerikanischen und asiatischen Publikum der europäische Spitzenfußball live gezeigt werden. Um die Show noch ein bisschen zu erhöhen, gibt es bei einem Unentschieden nach 90 Minuten ein Elfmeterschießen, dessen Sieger dann (wie beim Eishockey) einen Zusatzpunkt bekommt.

Darum hat man auch auf eine normale Turnierstruktur verzichtet und vorher schon festgelegt, wer gegen wen spielt. So hat bspw. Borussia Dortmund nur ein Spiel, Bayern dagegen vier, die acht in den USA antretenden Mannschaften dagegen jeweils drei.

Es geht weder um Vergleichbarkeit noch kann wirklich ein Sieger ermittelt werden. Es sind einfach Freundschaftsspiele als Test für die kommende Saison. Ein positives Resultat wäre freilich, wenn sich der eine oder andere (junge) Spieler als Neuentdeckung beweisen könnte.

29.06.1997: Brasilien gewinnt erstmals auswärts die Copa America

Heute vor 20 Jahren holte die brasilianische Nationalmannschaft zum fünften Mal die Südamerikameisterschaft (Copa America). Das ist an sich nicht besonders bemerkenswert.

Interessant ist aber, dass dies der erste Titel außerhalb des eigenen Landes war. Denn bei den vier vorhergehenden Turniersiegen (1919, 1922, 1949 und 1989) waren die Brasilianer jeweils auch selbst die Gastgeber.

1997 holten sie sich aber mit einem 3:1 gegen die Heimmannschaft aus Bolivien in La Paz den Titel.

Der Weg ins Finale war durchaus beeindrucken:

  • 5:0 gegen Costa Rica
  • 3:2 gegen Mexico
  • 2:0 gegen Kolumbien
  • 2:0 gegen Paraguay
  • 7:0 gegen Peru